Wenn ich mir Vorstelle das Freundschaft nützt dann um das Wohl der Liebe

Deutungen2

Deutung

#1
Die Zeile legt nahe: Freundschaft ist kein Zusatz, sie hält das, was wir Liebe nennen, im Alltag zusammen. Nicht als großes Gefühl, sondern als verlässliche Hilfe: jemand, der zuhört, mit den Kindern am Abend hilft, eine Schicht übernimmt, wenn der Kopf nicht mehr kann. In einem überfüllten Dienstplan einer Pflegekraft, in dem Feierabend ständig verrutscht, ist es die Kollegin, die einspringt und Suppe vorbeibringt. Bei einer Alleinerziehenden ist es der Freund aus dem Haus, der kurzfristig vom Hort abholt, weil der Bus wieder ausgefallen ist. So wird Liebe widerstandsfähig: durch Freundschaft, die nützt. Dabei hat die Zeile auch blinde Flecken. Sie kann so klingen, als ließe sich das, was fehlt – Zeit, verlässliche Betreuung, ein fairer Lohn – privat ausgleichen. Viele haben kaum Luft, Freundschaften zu pflegen: drei Jobs, Schichtwechsel, lange Wege. Wer wenig Netz hat, steht schnell allein da. Und wenn Freundschaft vor allem „nützen“ soll, droht sie zur Einbahnstraße zu werden; oft leisten Frauen dabei mehr unsichtbare Fürsorge. Manchmal braucht Liebe nicht noch mehr Einsatz, sondern weniger Druck. Trotzdem tröstet der Gedanke leise. Er erinnert daran, dass Zuneigung im Kleinen stark wird: eine Nachricht in der Pause, ein Gang zum Amt zu zweit, ein Topf Nudeln vor der Tür. Wo Geld knapp und Tage schwer sind, kann Freundschaft die Wärme liefern, die große Worte versprechen. Nicht alles lösen, aber halten.

Deutung

#2
Herzdeutung: Wir benutzen Freundschaft nicht, um etwas zu bekommen. Wenn sie nützt, dann nährt sie die Liebe. Sie hält Liebe warm und gesund. So wächst Nähe ohne Druck. Alltagsbrücke: Morgens in der Küche. Du stellst eine zweite Tasse Tee hin, hörst kurz zu, ohne Eile. Ein kleines Lächeln, ein ehrliches Wort. Diese einfache Freundschaft macht die Liebe im Haus still stärker. Musenmoment: Freundschaft ist der Boden, auf dem Liebe atmet. Ein leises Du neben mir, und der Tag wird mild.